VHS Mahlberg auf Burgentour im Elsass!

Schon zum dritten Mal hatte der Elsass-Experte und Burgenkenner Norbert Klein einige Teilnehmer der Volkshochschulaußenstelle in Mahlberg dazu eingeladen, mit ihm einige der interessantesten Burgen im Mittelelsass zu besuchen.

Bei traumhaften herbstlichen Bedingungen sind 16 Teilnehmer dieser Einladung gefolgt und wurden auch gleich bei der ersten Burg in Katzenthal nördlich von Colmar mit herrlichen Ausblicken über die goldgelben Reben hinweg hinunter in die Rheinebene und nach Colmar belohnt. Trefflich hat diese Burg den Namen Wineck verdient.

Etwas abgelegen in einer der hinteren Vogesenketten liegt etwas versteckt die Burg Hohnack auf einem 927 m hohen Bergkegel 3 km westlich von Trois Epis. Die bis zu 8 m hohen Reste der Burgmauern zeugen davon, dass man nicht jeder Burgbeschreibung glauben sollte. Den in vielen Burgenbüchern wird darauf hingewiesen, dass diese Burg im Jahre 1655 im Auftrag des französischen Königs Ludwig XIV. vollkommen zerstört worden sein soll. Die Teilnehmer staunten nicht schlecht über die noch gewaltigen Ausmaße der Wehrmauern und die Reste der insgesamt fünf Burgtürme.

Auf der „Route des cinq châteaux“ oberhalb der Stadt Colmar und der Weindörfer Wettolsheim und Eguisheim reihen sich in Nord-Süd-Richtung die Pflixburg, die Hohlandsburg und die Drei Exen wie die Perlen an einer Kette auf. Innerhalb der verfallen Burgmauern der Pflixburg sind die stattlichen Reste eines immer noch 20 m hohen Rundturmes zu erkennen. Zurzeit ist man sehr stark bemüht, die Ruine vom wuchernden Unkraut zu befreien und die letzten Burgrelikte freizulegen. Der Höhepunkt der Exkursion stellte die Burg Hohlandsberg statt, die mit Millionenbeträgen seit 1985 wieder in erheblichem Umfang restauriert wurde. Die Besucher werden aber nicht nur durch die wiedererstandenen Burggebäude überrascht, sondern vor allem von den herrlichen Tiefblicken hinunter auf Colmar beeindruckt, die man von der 15 m hohen Burgmauer genießen kann. Wie bei den Städten Rottenburg ob der Tauber und Nördlingen kann man die gesamte Umfassungsmauer begehen.

Die Drei Exen und auch die Reste der Kaiserpfalz in Eguisheim, die zum Abschluss der Exkursion besucht wurde, zeugen von der Pracht der Adelsfamilie Eguisheim-Dagsburg, aus deren Reihen der einzige Papst des Elsass hervorging. Papst Leo IX. wird mitten im Herzen des Weindorfes mit einer Brunnenstatue und inmitten der Kaiserpfalzmauern mit einer prächtigen Leokapelle gewürdigt.

„Vis-à-Vis“ – die Region zu beiden Seiten des Rheins

Fotoausstellung des Naturfotografen Thomas Kaiser

Copyright: Thomas Kaiser

Copyright: Thomas Kaiser

Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich der Kappel-Grafenhausener Fotograf Thomas Kaiser mit Naturfotografie.
Sein fotografischer Schwerpunkt liegt in den Lebensräumen „vor der Haustüre“: Schwarzwald, Oberrhein und Vogesen.
Die Wanderausstellung, die im Foyer der Mediathek und der Volkshochschule vom 09. November bis 06. Dezember 2015 in den Zeiten von 9:00 bis 18:00 Uhr (außer sonntags) zu sehen ist, zeigt ein Spektrum der neuesten Fotografien von Thomas Kaiser.
Mediathek und Volkshochschule Lahr
Kaiserstraße 41, 77933 Lahr

Auf den Spuren des 1. Weltkrieges in den Vogesen (Exkursion)

2014-09-27 Exkursionsteilnehmer Lingekopf

Am letzten Wochenende war Norbert Klein auf Geschichtsreise in den Vogesen unterwegs. Für seine zweite Exkursion auf den Spuren des 1. Weltkrieges hatte er sich dieses Mal den Lingekopf hoch über dem elsässischen Münstertal ausgewählt. Hier hatte vom 20. Juli bis 15. Oktober 1915 eine menschenverachtende Schlacht um die drei Bergkuppen Lingekopf, Schratzmaennle und Barrenkopf, der in dieser kurzen Zeit 17.000 deutsche und französische Soldaten zum Opfer fielen, stattgefunden.

Gleich zu Kriegsbeginn Anfang August 1914 war die 1. Französische Armee ins Elsass eingedrungen und hatte wichtige Gipfel der Vogesen besetzt. Dann wurden für die Marneschlacht auf beiden Seiten die Soldaten abgezogen, um den Ansturm der Deutschen auf Paris entweder zu verhindern oder zu unterstützen. Nach dem „Wunder an der Marne“ wurde die Deutschen Armeeeinheiten nach Flandern zurückgedrängt, hier entwickelte sich nun ein furchtbarer Schützengrabenkrieg. Bis aber wieder französische Soldaten für die Vogesenfront erübrigt wurden, hatten sich die Deutschen auf dem Lingekopf bereits mit Betonbunkern und befestigten Schützengräben auf den feindlichen Ansturm vorbereitet. Ein sinnloses Anstürmen, Verlieren und Wiedergewinnen der strategischen Bergkuppen begann und endet dann am 15. Oktober 1915 mit der Einsicht, dass hier kein Krieg zu gewinnen war.

Bei der Exkursion wurden die Stellungsgräben auf dem Lingekopf nach einer geschichtlichen Einweisung mit ganz anderen Augen erkundet. Abschreckendes Bespiele sind der deutsche Soldatenfriedhof am Baerenstall und die französische Gedenkstätte am Col du Wettstein. Tausende Gräber erinnern an das bekannte Zitat von Albert Schweizer, der im nur 3 km entfernten Gunsbach geboren wurde: „Die Soldatenfriedhöfe sind die großen Prediger des Friedens.“ Vielleicht sollten sich unter diesem Gesichtspunkt einige Politiker diese Friedhöfe näher betrachten.

Hintergrund:

war-230357_640Ganz erstaunlich ist, wie mit großem Detailwissen in den Medien über den Beginn des 1. Weltkrieges informiert wird. Auch die Volkshochschule Lahr hat 100 Jahre nach dem Kriegsbeginn mit ihrem Programm auf dieses Ereignis hingewiesen. Mit dem Vortrag „Vom Augusterlebnis zur Novemberrevolution“ von Stadtarchivar Thorsten Mietzner am 14.11.2014, 19.00 Uhr, im VHS-Zentrum zum „Pflug“ endet die Informationsreihe zum Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren.