Das Deutsche Tagebucharchiv in Emmendingen – Erfahrungen

Anlässlich der Lahrer Literaturtage „Orte für Worte 2016“machte sich am Mittwoch, 8. Juni 2016, eine VHS-Gruppe auf den Weg nach Emmendingen, um hier ein besonderes Archiv und Museum kennenzulernen. Wir hatten einen tollen Nachmittag! Im Alten Rathaus am Marktplatz ist das Tagebucharchiv untergebracht. Seit 18 Jahren werden hier Tagebücher, Briefwechsel und private Erinnerungen gesammelt.

Dr. Christa van Husen ist eine von 80 Ehrenamtlichen, die das Tagebucharchiv möglich machen. Im stilvollen Alten Ratssaal, der sonst für Trauungen genutzt wird, erläuterte sie den Besuchern, wie das Archiv arbeitet. Wir erhielten einen herausragend guten, mit Humor, Einfühlsamkeit in die vorgestellten Archivalien und präziser Sachkenntnis vorgetragenen Vortrag. Dadurch wurde in unserer VHS-Gruppe eine große Begeisterung für die Arbeit des Tagesbucharchivs geweckt.

Mehr als 15.000 Dokumente wurden seit 1998 angenommen. Die Ehrenamtlichen lesen diese Tagebücher und Erinnerungen und fertigen Kurzfassungen an. Handschriftliches in alter deutscher Schrift oder Sütterlin wird transkribiert, also in unsere aktuelle lateinische Schrift übertragen. Besondere handschriftliche Tagebücher werden komplett abgetippt. Mit ungeheurem Fleiß werden damit die Erinnerungen normaler Leute einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Sehr viele Anfragen zu bestimmten Themen und Zeiten erreichen das Tagebucharchiv. Im Mittelpunkt der Erinnerungen steht die Selbstreflexion, die persönliche Situation, weniger die Zeitgeschichte.

Mit Begeisterung betrachteten wir verschiedene Dokumente: das älteste Tagebuch ist von 1760. Das kleinste ist nur ca. 4 x 5 cm groß, das größte ca. 40 x 40 cm. Beeindruckend oft die gleichmäßige Schrift. Oft mit Zeichnungen oder Fotos versehen. Staunend sahen wir das schön illustrierte Tagebuch Band 179 eines noch Lebenden, der seine fertigen Bände jeweils abgibt – zwei Schränke hat er gleich dazu gespendet. Anrührend das heimlich Tagebuch aus Gefangenschaft, das ein Mann mit spitzem Bleistift auf Zigarettenpapier geschrieben hat. Um es lesen zu können, hat das Tagebucharchiv es vergrößert.

Abgerundet wurde unser Besuch mit einem Gang durch das kleine Museum. Die aktuelle Ausstellung stellt das Familienleben aus 200 Jahren in den Mittelpunkt. In die hier ausgestellten Tagebücher zu schauen, lässt teilhaben an Schicksalen, die nicht immer einfach sind.

Unser Fazit: Das Tagebucharchiv ist super – die Volkshochschule Lahr kommt bestimmt wieder!

Die Bilder wurden der VHS Lahr von Fritz Pachot zur Verfügung gestellt.

Mittelalterliche Buchmalerei – Eine Sprache ohne Worte

Selbstporträt des Buchmalers Rufillus im 12. Jahrhundert

Selbstporträt des Buchmalers Rufillus im 12. Jahrhundert

Im Rahmen der Lahrer Literaturtage 2016 laden Volkshochschule und die Lahrer Freimaurerloge „Allvater zum freien Gedanken“ zu einem Vortrag über die mittelalterliche Buchmalerei am Dienstag, 14. Juni um 20:00 Uhr in das Haus der Freimaurerloge, Friedrichstraße 9 am Urteilsplatz in Lahr ein.

Wie konnte die Kirche zu Zeiten, als der größte Teil der Bevölkerung nicht lesen und schreiben konnte, das Wort Gottes verkünden? Einfache Antwort: mit Bildern! Mit dem Aufkommen der Bücher begann gerade in Süddeutschland die große Zeit der mittelalterlichen Buchmalerei.
Der Vortrag stellt neben der technischen Seite auch die typische Arbeitsweise sowie einige herausragende Werke vor. So zum Beispiel die Bamberger Apokalypse, die im Skriptorium des Klosters Mittelzell auf der Bodenseeinsel Reichenau entstand. Nur mit Hilfe der Buchmalerei war die Kirche in der Lage, das Wort zu verkünden – ganz ohne Worte.

Referent ist Tom Jacob, der Redner der Lahrer Loge. Jacob führt seit 2012 den LahrVerlag und hat als Verleger und gelernter Lithograph ein besonderes Interesse an der Geschichte des Buchwesens.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Wir freuen uns über Ihren Besuch!

BookCrossing jetzt auch in Lahr!

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Ein Buch wird meistens nur einmal gelesen und verstaubt dann im Regal. Das muss nicht sein – der Besitzer kann stattdessen sein Buch auf eine kontrollierte Lese-Reise schicken. Dazu wird das Buch im Internet bei BookCrossing registriert, entsprechend beschildert, und dann „freigelassen“.
In Lahr ist das Café „Süßes Löchle“ eine offizielle BookCrossing-Zone. Jeder darf das Buch mitnehmen, ist aber gebeten, im Internet einen Kommentar abzugeben und seinerseits nach dem Lesen das Buch weiter zu geben.

Ein Abend im Café „Süßes Löchle“, Friedrichstr. 14 (Dienstag, 7. Juni 2016, 19:00 Uhr) informiert darüber, wo und wie Bücher für das BookCorssing registriert und kommentiert werden können und was in dieser Community sonst noch alles veranstaltet wird.

Wer möchte, bringt Laptop, Tablet oder Smartphone und bei Interesse ein Buch zum Weitergeben gleich mit.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation von VHS Lahr und dem Freundeskreis „Süßes Löchle“ e.V., im Rahmen der Lahrer Literaturtage „Orte für Worte“statt.
Der Eintritt ist frei.

Autorenlesung mit Maria Knissel

In der Kapelle des Ortenau-Klinikum Lahr las am Dienstag Abend die Autorin Maria Knissel aus ihrem Buch „Drei Worte auf einmal“.
Dieses besondere Buch schildert anschaulich, schön und schnörkellos das Leben mit einem Schwerstbehinderten. Im Mittelpunkt steht die Perspektive des jüngeren Bruders. Wie verändert sich das Leben für ihn nach dem Unfall des Bruders? Wie schafft er es, ein gutes Verhältnis zu dem Kranken aufzubauen, mit dem man doch kaum kommunizieren kann? Wie kommt er damit klar, dass sich das Familienleben im Wesentlichen um den Kranken dreht? Wie kann er sein eigenes Leben führen? Gemeinsam mit Maria Knissel trat der professionellen Saxofonisten Stephan Völker auf. Ein gelesenes Buchkapitel wechselt sich mit einem Musikstück ab, eigenen Jazz-Kompositionen von Stephan Völker, die sich oft auf heitere Situationen mit seinem Bruder beziehen, denn die Lebensgeschichte seines eigenen Bruders war die Inspiration für das Buch.
Ein wichtiges Thema, das nicht leicht ist, bei dem aber manches Mal herzhaft gelacht wurde.

Dies war die fünfte von insgesamt 24 Veranstaltungen der ersten Lahrer Literaturtage „Orte für Worte“. Wer mehr rund ums Wort erleben möchte, kann sich im Internet unter www.orte-für-worte.de informieren.

 

1. Lahrer Literaturtage vom 13. bis 28. Juni 2015

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Literatur erleben in Lahr

Mit 25 (!) Veranstaltungen finden die 1. Lahrer Literaturtage demnächst statt. In dieser Fülle von Aktionen, Lesungen, Abendveranstaltungen und mehr ist es mir nicht gelungen ein Highlight auszusuchen, so vielfältig sind die Angebote. Schauen Sie einfach selbst ins Programm, den Link dahin finden Sie weiter unten.
Alle Veranstaltungen finden an ganz besonderen Orten statt – unter anderem im Druckhaus Kaufmann, dem Ortenau-Klinikum Lahr/Ettenheim, im alten Rathaus, auch im Freien, im Forumkino Lahr. Deshalb passt auch die Namensgebung der Literaturtage „Orte für Worte“ – besonders gut.

Alle Informationen und eine Übersicht der geplanten Veranstaltungen finden Sie HIER

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