Mahlberger VHS-Freunde erkundeten bereits 25 Burgen

Bei der mittlerweile 7. Burgenexkursion der Volkhochschulaußenstelle Mahlberg führte der Elsass- und Burgenkenner Norbert Klein seine Teilnehmer dieses Mal ins Breuschtal. Als Auftakt galt es von Mollkirch die dreiteilige Burg Girbaden zu erwandern, was bei den frühsommerlichen Temperaturen die ersten Schweißtropfen auf so manche Stirn trieb. Wegen enormer Renovierungsmaßnahmen sind die herkömmlichen Burgzugänge durch Eisentore versperrt, doch durch einen steilen, neu angelegten Treppenweg kann man doch die prächtigen Reste von zwei riesigen Pallasgebäuden und die Reste des mächtigen Bergfriedes besichtigen. Lediglich die St. Valentinskapelle ist nicht zugängig, die bereits im Mittelalter zu Ehren des Märtyrers Valentin von Rom erbaut wurde. Der römische Priester wurde am 14. Februar 269 enthauptet, weil er verbotenerweise christliche Paare verheiratete. Der Blumenkult unter Liebenden soll tatsächlich auf ihn zurückzuführen sein, weil er den Bräuten Blumen aus seinem Garten geschenkt haben soll.

Auf der Ruine Nideck, die über dem gleichnamigen Wasserfall auf einem Felssporn thront, wurde die Legende um das Riesenfräulein von Adalbert von Chamisso, die einen Bauern samt seinem Pferd und einem Pflug als Spielzeug mit nachhause brachte für die Teilnehmer lebendig. Mitten aus den Vogesenwäldern ragt die Burgruine Wangenbourg mit ihrem 25 m hohen Wohnturm auf. Von der obersten Plattform hat man herrliche Tiefblicke auf die verstreuten Wohnhäuser des Dorfes, das den Namen der Burg erhalten hat und ein Blick hinüber zum Klosterdorf Obersteigen. Von dort verpflichtete Heilika von Geroldseck 1259 die Mönche für den Lahrer Stift, den ihr Mann Walther von Geroldseck ihr versprochen hatte. Im Refektorium der ehemaligen Klosteranlage konnte man eine Ausstellung, die auch in deutscher Sprache beschriftet ist und in der immer wieder der Name Lahr auftauchte, besichtigen.

Die besuchte Umgebung in den Mittelvogesen wurde geschichtlich immer wieder durch die durch Heirat verbundenen Adelsgeschlechter der Eguisheimer und der Dagsburger bestimmt, weshalb zum Abschluss der Exkursion ein Besuch der Leokapelle auf dem imposanten Felsen bei Dabo (Dagsburg) auf dem Programm stand. Weithin sichtbar erhebt sich ein Felsriff über die umliegenden Vogesenwälder und wird noch überragt von einer Kapelle, die dem einzigen Papst des Elsasses, Leo IX., gewidmet ist. Er entstammt eben diesem Adelsgeschlecht der Eguisheimer-Dagsburger. Da sich die beiden elsässischen Orte nicht auf den Geburtsort des heiligen Mannes einigen konnten, steht zur Sicherheit in Eguisheim vor den Toren von Colmar ebenfalls eine Leokapelle.

Bericht: Norbert Klein

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