Vortragsraum platzte aus allen Nähten – Jetzt Zusatz-Termin für Ostpreußen-Film von Günther Rentschler

Ostpreußen-Film kam sehr gut an –

Zusatztermin am 28. März 2017

Bei Günther Rentschlers Film über Nordpolen gab es deutlich mehr Interessierte als Sitzplätze im Vortragsraum der Volkshochschule. Deshalb wird der Film am Dienstag, 28. März 2017 um 19 Uhr in der Kaiserstraße 41 noch einmal vorgeführt. Die Veranstaltung ist ein Angebot im Rahmen der Initiative Volkshochschulen für Europa – weitere Informationen unter www.vhseuropa.de.
Der Eintritt beträgt 3,50 EUR/2,50 EUR.

Zum Film:

Günther Rentschler reiste im Sommer 2016 mit seiner Filmkamera für sechs Wochen durch den Süden des früheren Ostpreußens. Städte und Landschaften in Masuren und die Stadt und Küste Danzigs standen im Mittelpunkt des Films. Günther Rentschler, als Lahrer Natur- und Landschaftsfilmer bekannt, zeigte aktuelle Aufnahmen von sorgsam restaurierten Städten, Museen und Wildgehegen. Das alte Ostpreußen wurde lebendig im eingespielten Ostpreußenlied über “das Land der dunklen Wälder und kristall’nen Seen” und in humorvollen Gedichten, die im ostpreußischen Dialekt vorgetragen wurden und die Gäste zum Schmunzeln brachten.

Einen Blick zurück in die Geschichte des zweiten Weltkriegs kann man im Museum der weitgehend erhaltenen deutschen Bunkeranlage Mauerwald in Masuren werfen. Nur 20 km entfernt bei Rastenburg war das sogenannte Führerhauptquartier Wolfsschanze, in dem Graf von Stauffenberg am 22. Juli 1944 einen erfolglosen Anschlag auf Hitler verübte.

Traditionelle Holzkirche in Masuren, Foto: Günther Rentschler

In Eckersdorf gibt es noch heute traditionelle ländliche Holzhäuser zu betrachten. Hier fand sich ein kleines Kloster der russischen Altgläubigen, einer Enklave in Preußen, wo auch altrussisch gesprochen wurde.

Ruhige weite Landschaften mit blumenreichen Wiesen, baumgesäumten Flüssen und Seen fängt Rentschler mit seiner Filmkamera immer wieder ein, An Kraniche, Reiher, Biber, Insekten und vielerlei Tiere wird nah herangezoomt, man fühlt sich direkt in die Natur hineinversetzt. Im 60 Hektar große Wildtierpark Kadzilowo kommen Besucher nahe an Elche und Wildschweine heran. Wisente sind europäische Bisons. In der Zuchtstation Borkener Forst leben 70 Tiere frei in einer Waldlandschaft und können hier beobachtet werden. Auf dem seichten Fluss Krutina gibt es eine beliebte 100 km lange Paddelroute, auf der Rentschler Schwäne und andere Wasservögel, Süßwassermuscheln und Biber beobachtete. In masurische Städte wie Hohenstein oder Allenstein sieht man traditionelle Backsteinbauten. Das Freilichtmuseum Hohenstein erinnert an die ostpreußische Geschichte. Die Stadt Elbing war restlos zerstört. In den 1980er Jahren begann die sorgfältige Rekonstruktion der Innenstadt. Hier beginnt der Elblag-Ostroda-Kanal, heute ein technisches Denkmal aus dem 19. Jahrhundert. Damit Schiffe die 99 Meter Höhendistanz überwinden können, wurden keine Schleusen gebaut. Stattdessen lädt man sie noch heute auf Loren und zieht sie über fünf schiefe Ebenen über Land.

Die Reise führte weiter zur riesigen Marienburg an der Weichsel, ab 1230 erbaut vom Deutschen Orden. Schon ab 1946 restaurierte der polnische Staat die schweren Kriegsbeschädigungen. Ähnlich war es in Danzig. Die alte Hansestadt war nahezu zerstört und ist vorbildlich restauriert im Stil des 17. Jahrhunderts. Heute spazieren Touristen durch die Langgasse und Frauengasse, am Rathausturm mit seinen 37 Glocken vorbei zum Krantor am Flusshafen, ohne die Kriegszerstörungen erahnen zu können. Die Hauseingänge sind traditionell wegen der Hochwassergefahr erhöht gebaut. Im Souterrain finden sich heute Kunsthandwerksläden, viele verkaufen Bernstein, das vor 200 Millionen Jahren aus Baumharz entstanden ist. Drei Viertel der heutigen Welt-Bernstein-Produktion stammen aus dem Samland bei Königsberg, dem ehemals nördlichen Ostpreußen. Die Reise fand ihren Abschluss an der Ostseeküste auf der Halbinsel Hela, entstanden aus Sandanschwemmungen in der Danziger Bucht.

Günther Rentschler in seinem Element

Fazit des Abends:

Nordpolen, das frühere südliche Ostpreußen ist eine Reise wert – für alle, die sich auf die Spuren ihrer Familien machen möchten genauso wie für Reisende, die die abwechslungsreiche nord-ost-europäische Landschaft und Kultur kennenlernen möchten.

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