Bericht: Fünf Burgen über den Dächern von Châtenois

Auf seiner sechsten Burgenexkursion am Samstag, 15. Oktober 2016, mit der Volkshochschule Lahr -Außenstelle Mahlberg- brachte Elsasskenner Norbert Klein den Teilnehmenden fünf weitere Burgen nahe.

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Die touristisch überlaufene Hohkönigsburg wurde von der Gruppe nur gestreift, denn diesmal stand dieses Château nicht im Mittelpunkt. Vier weiteren Burgruinen, die sich rund um den Talkessel von Châtenois (auf Elsässisch Kestenholz, auf Deutsch Kastanienholz) auf den einzelnen Berghöhen erheben, waren das eigentliche Ziel.

Die spärlichen Ruinen der Burg Ramstein, die einst als Belagerungsburg erbaut worden war, sollten bei dieser Exkursion ebenfalls eine kleinere Rolle spielen. Doch während des Ausflugs wurde eine Freiwilligentruppe aus dem benachbarten Dorf Scherwiller entdeckt, die einzelne Teile der in Trümmer liegenden Vorburg restaurierte.
Stolz erzählte der Leiter der Baumannschaft wie sich viele der Helfer einen Jugendtraum erfüllen, die zerfallenen Reste der Ramstein wieder zum Leben zu erwecken. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Scherwiller und der fachmännischen Beratung der Denkmalbehörden, die auch gezielte Vorgaben macht, wachsen nun aus den vor Ort gefundenen Granitblöcken Burgmauern in die Höhe. Die Burg Ramstein gehörte, wie auch das nächste Ziel, die mächtige und imposante Ortenbourg zu den beiden Scherwiller Schlössern.

Die Ortenbourg mit ihrem 28m hohe Bergfried ist hoch oben am Berghang gelegen. Sie war die Stammburg des ersten Habsburgerkönigs Rudolf I. und fällt jedem auf der „Rue Nationale“ vorbeifahrenden Autofahrer auf. Des Königs würdig ist auch das Interieur dieser Burg: das großzügige Ausmaß, die herrliche Aussicht auf die Rheinebene und die prachtvollen Fensterleibungen in den Wohnräumen des Königs und im großen Rittersaal.

Fast allen VHS-Teilnehmern war das nächste Ziel, die Frankenbourg, auf einem Bergkegel hoch über dem Ferienort La Vancelle gelegen, nicht bekannt. Benannt ist diese nach dem ersten Frankenkönig Chlodwig I.. Nachdem bereits die Kelten und die Römer auf diesem strategisch sehr wichtigen Berg über dem Lebertal ihre Spuren hinterlassen hatten, wurde hier auch die Frankenbourg, die wegen ihres gut erhalten Rundturmes bekannt ist, erbaut. Die bedeutendsten Burgbesitzer stammten aus dem Adelsgeschlecht der von Werde, deren Symbole ihres Familienwappen sich in der elsässischen Landesfahne wiederfinden.

Den Abschluss bildete die gänzlich unbekannte Oedenburg. Öd und verlassen liegen die Ruinen dieser Burg seit ihrer Zerstörung im Jahr 1462 im Schatten der benachbarten Hohkönigsburg, die gerade einmal nur 250 m entfernt ist. Trotz dieses „Dornröschendaseins“ lohnt sich ein Besuch dieser Burg schon allein wegen einer Vielzahl von einmaligen Bauelementen, die von einstigem Reichtum der Burgbesitzer zeugen.

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