Fahrradexkursion auf der Festungsstraße von Straßburg

Während am Wochenende in ganz Deutschland und speziell auch in Lahr die Menschen die deutsche Wiedervereinigung feierten, waren 20 Teilnehmer der Volkshochschule Lahr auf Spurensuche im benachbarten Elsass. Sie gingen der Frage nach, warum die Deutschen einst einen Festungsring rund um Straßburg bauten, um sich gegen das heute befreundete Frankreich zu schützen.
Zu Beginn der Exkursion wurde das Fort Rapp besichtigt, das nördlich von Straßburg am Südrand der Gemeinde Reichstett liegt. Bei einer sehr sachkundigen Führung wurden die Entstehungsgeschichte und die einzelnen Bauelemente erläutert. Im Laufe des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 hatte General August von Werder den Auftrag das bis dahin französische Straßburg einzunehmen. Während der Belagerung vom 15. August bis 28. September 1870 wurde die Innenstadt Straßburgs durch die deutschen Kanonen zerstört, bis die Franzosen unter General Jean-Jacques Uhrich kapitulierten. Als Kriegsgewinn wurde das Elsass dem neu gegründeten Deutschen Reich zugordnet. Der neu ernannte Kaiser Wilhelm I. ließ nicht nur die Altstadt von Straßburg wieder aufbauen, sondern ließ nördlich der Ill die Wilhelminische Neustadt mit großzügigen Plätzen und Prunkbauten im damals üblichen historischen Stil entstehen.
Kaiser Wilhelm I. befürchtete aber, dass die Franzosen irgendwann das Elsass und damit auch die Stadt Straßburg zurückerobern wollten, deshalb errichtet er rund um die Stadt 14 Festungsanlagen, davon drei auf der deutschen Rheinseite. Und zwar in einem wesentlich größeren Abstand zum Stadtkern hin (rund 7,5 km), damit man mit den französischen Kanonen die Stadt nicht erreichen konnte. Den Fehler der Festungsbaumeister des alten Straßburgs wollte er nicht wiederholen.
Im Anschluss an die Besichtigung der Festungsanlage führte Expeditionsleiter Norbert Klein die Fahrradgruppe entlang des seit fünf Jahren eingerichteten und sehr gut ausgeschilderten Radweges „Piste des Forts“ vorbei an den Forts Desaix, Ducrot, Foch und Frére bis zur Festung Kleber bei Wolfisheim und verstand es unterwegs, die Teilnehmer über die Militärgeschichte der damaligen Zeit umfassend zu informieren. Da man auch am Dorf Niederhausbergen vorbeikam, gab es eine Geschichtseinlage aus einer ganz anderen Zeit. Denn hier fand am 08.03.1262 eine grauenvolle Schlacht statt, bei der unzählige Ritter ihr Leben ließen. Die Straßburger Bürger hatten sich gegen Bischof Walter von Geroldseck erhoben, der deren Freiheitsrechts beschnitten hatte. Nach 31 Kilometern, die letzten 30 Minuten entlang des malerischen Rhein-Marne-Kanals, wurde der Ausgangspunkt beim Fort Rapp wieder erreicht.

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