Über das Leben und den Alltag in einer chinesischen Großstadt

In einem weiteren Beitrag zum Semester-Schwerpunkt „China“ berichtet die junge Yani Guo heute Abend um 19:00 Uhr in der VHS Lahr über Leben, Arbeit, Alltag, Freizeit, Familie und Bildung in China. Mittlerweile lebt und arbeitet Yani Guo in Süddeutschland.
Freuen Sie sich auf einen interessanten Abend mit Bildern aus dem fernen China.

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Feiner Christstollen für das VHS-Team

Eine leckere Überraschung für das VHS-Team in Lahr: Franz Boomers, VHS-Kochdozent, beschenkte uns heute mit einem seiner selbst gemachten Christstollen, gefüllt mit -natürlich- selbst gemachtem Marzipan. Geschmackstest bestanden😉
Mittendrin in der Planung des neuen Frühjahr-Programms kommt uns dieser Stollen gerade zur rechten Zeit um zwischendurch die leeren Speicher zu füllen!
Vielen Dank für diese besondere Abwechslung!

Nahost-Experte Dr. Kamal Sido über die aktuelle Situation und Lösungen des Bürgerkriegs in Syrien

Die Krise in Syrien verstehen

Kamal Sido, Nahost-Referent der sehr angesehenen Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker aus Göttingen, sprach am 24. November 2016 in der Volkshochschule Lahr über den Syrienkrieg. Im Rahmen der Interkulturellen Tage haben der Interkulturelle Beirat der Stadt Lahr und die VHS den Experten eingeladen. Der Vortrag war gefördert aus Mitteln des Programms Flüchtlingshilfe durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft des Landes Baden-Württemberg.

Dr. Kamal Sido, Foto: Dörte Janzen

Dr. Kamal Sido, Foto: Dörte Janzen

Syrien ist eine Gesellschaft mit verschiedenen Volksgruppen und Religionen: Sunniten sind mit knapp zwei Drittel die größte Bevölkerungsgruppe. Alawiten, zu denen auch der autoritär regierende Präsident Assad zählt, stellen 12 %, Kurden und Christen jeweils 10 %. Dazu kommen Drusen mit 3 % und Ismailiten mit 1 %. Dies ist eine Folge des ersten Weltkriegs, als das frühere osmanische Reich ohne Berücksichtigung der dort lebenden Völker aufgeteilt wurde. Die anderen ethnischen und religiösen Gruppen zu akzeptieren, gehörte auch vor dem Bürgerkrieg zu den Hauptforderungen der syrischen Gesellschaft. Mit dem andauernden Bürgerkrieg geht selbst das relativ friedliche Mit- und Nebeneinanderleben für immer verloren.

Kamal Sido beschreibt den IS als sunnitische Terrororganisation mit dem Ziel, ein islamisches Kalifat zu errichten, in dem die Scharia herrschen soll, ein islamisches Recht, das sich auf den Koran und seine Auslegung im Frühislam bezieht. Für den IS in Syrien kämpfen Dschihadisten aus 81 Ländern. Der IS hat die besten Waffen, finanziert wurde er durch Katar, Saudi Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und die Türkei. Vor allem die Türkei hat mit dem IS ein gemeinsames Ziel: gegen Kurden, Jesiden, Christen und Alawiten zu kämpfen.

Als einen schmutzigen Krieg gegen die Bevölkerung bezeichnet der Referent das Handeln von Regierung und Opposition in Syrien. Die Folge: Etwa 8 Millionen Syrer sind auf der Flucht im eigenen Land. Während des schon fünf Jahre währenden Bürgerkriegs haben weitere Staaten in das Kriegshandeln eingegriffen: Russland unterstützt das Assad-Regime, um so seinen militärischen Stützpunkt im Mittelmeer zu halten. Der Zugriff auf Gas- und Energiequellen und Transportwege ist wichtig. Die Türkei verhält sich ambivalent: 1,9 Millionen syrische Flüchtlinge wurden aufgenommen. In Syrien selbst will die Türkei den Erfolg der syrischen Kurden verhindern, um eine Stärkung der Kurden im eigenen Land vorzubeugen. Die Grenze zu Syrien wurde abgeriegelt, der IS wird unterstützt, kurdische Gebiete von der Türkei aus bombardiert. Insgesamt ist der Alltag im kurdischen Norden Syriens relativ sicher, aber von wirtschaftlichen und humanitären Problemen der Zivilbevölkerung geprägt, so gibt es kaum Strom. Die Türkei verhindert Unterstützung aus dem türkischen Kurdistan.

Für Kamal Sido ist eine Lösung des Konfliktes ohne die USA und Russland nicht möglich. Er fordert, dass sich die beiden Weltmächte verständigen müssen. Sonst würden die Volksgruppen in Syrien weiter gegeneinander aufgehetzt und die Mittelmächte Iran und Türkei würden sich mit einer starken Islamisierung durchsetzen.

An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, auch mit Mitgliedern der aramäischen Gemeinde Lahr. Auf die Frage nach Lösungsansätzen sprach sich der Referent klar für einen Waffenstopp, einen Einreisestopp für Dschihadisten und für lokale Lösungen aus z.B. für die Kurdengebiete. Selbstverwaltung, Glaubensfreiheit und Gleichstellung der Sprache sei erforderlich. Die Föderation von Regionen im gemeinsamen Staat Syrien müsse das Ziel sein. Eine Lösung ohne Assad sei erst mal nicht denkbar. Von Deutschland erwartet Sido, mehr Druck auf die Türkei auszuüben. Europa dürfe nicht akzeptieren, dass die Türkei den Islamismus in Syrien unterstütze.

 Bild und Bericht von Dörte Janzen, VHS

Aktion Domino – Bilder online!

Am Samstag, 26.11.2016, fand die Aktion Domino im Haus zum „Pflug“ in Lahr statt. Vier Workshops mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern fanden statt. Alle hatten sich super vorbereitet und in der Küche brutzelten schon den ganzen Vormittag Spezialitäten aus Bulgarien, Rumänien und Spanien – alle seeehr lecker😉 Von Blätterteig mit Käsefüllung (Bulgarien) über Auberginencreme mit Kartoffel-Kräuter-Frikadellen (Rumänien), kleine Kohlrouladen rumänischer Art, spanischer Tortilla bis zu leckerem Dessert war vieles geboten!

Im zweiten Stockwerk wurden Haare von Frauen und Männern kunstvoll geflochten, Kinder spielten nebenher. Ein Fischgrätzopf aus weiteren Zöpfen und eng am Kopf anliegenden geflochtenen Haaren – es war für jeden Geschmack etwas dabei!

Außergewöhnliche Dekorationen bastelten die Frauen aus Russland mit Krepppapier. Blumen, Sträuße, Kuchenstücke und sogar ein Highheel – alles mit Fingerspitzengefühl hergestellt. Die ein oder andere Besucherin wurde in das Basteln einfacher Kreppblumen eingeweiht.

Aus der Ukraine wurden Blinis mit Schmand gereicht. Dazu konnte man eine beeindruckende, über 100 Jahre alte Stickarbeit bewundern und selbst sticken lernen – oder es zumindest versuchen. Zur Handarbeit wurden einige traditionelle Lieder gesungen.

Ein syrisches Ehepaar unterstützte alle Interessierten darin, erste Worte und Sätze in Arabischer Sprache zu sprechen. Dafür hatten Sie Kopien des arabischen Alphabets und einiger alltäglicher Sätze dabei. Die Buchstaben sind von ihrer Bedeutung her wohl mit denen des lateinischen Alphabets vergleichbar, jedoch ist die Reihenfolge anders und die Aussprache sowieso😉 Auch die arabischen Zahlen waren sehr interessant anzusehen. Die Lehrer und ihre Schüler hatten sehr viel Spaß beim Probieren und Sprechen!

Und ab 14:00 Uhr roch man auf dem Gang der VHS bereits die frische Tomatensoße und den leckeren samtig-weichen Hefeteig der original italienischen Pizza. Mit viel Hingabe und wenigen Zutaten zauberte die Familie aus Italien wunder-wunderbare Pizza und Pizzastückchen. (Wer Pizzateig noch nie frittiert hat, sollte dies mal ausprobieren! Mmmmmhhhhh!!!)

Vielen Dank an alle Helfer und Helferinnen für diesen schönen Nachmittag!

 

Neuer Internet-Auftritt der VHS Lahr!

Die Website der Stadt Lahr -und somit auch die Website der VHS Lahr- wurde einem Facelift unterzogen. Inhalte wurden bearbeitet, aktualisiert oder neu erstellt und unzählige Bilder integriert.

Schauen Sie sich jetzt auf der neuen Website der VHS Lahr um (www.vhs.lahr.de).
Zur Info: Einige Beiträge sind noch im Aufbau und können erst später abgerufen werden.

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Wie gefällt Ihnen die neue Website? Schreiben Sie es uns in die Kommentare😉

Aktion Domino am Samstag, 26.11.2016

Wir laden alle herzlich ein, uns am Samstag in der Volkshochschule zu besuchen!aktion-domino-2016_eine-ebene_kleinZugewanderte Menschen aus Lahr und Umgebung zeigen und präsentieren bei der „Aktion Domino“ einen Teil ihrer Kultur, besondere Fähigkeiten und Talente.

Die Aktion Domino 2016 findet am Samstag, 26.11.2016, in kleinen Workshops im Haus zum „Pflug“, Kaiserstr. 41, statt.

Die Veranstaltung wird zum 2. Mal nach 2007 im Rahmen der „Interkulturellen Tage Lahr“ und in Kooperation mit dem Amt für Soziales, Schulen und Sport durchgeführt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Workshops sind kostenfrei.

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Wirtschaft, Politik und Religion im Nahen und Mittleren Osten – Die Krise in Syrien verstehen

Zu diesem interessanten und kostenfreien Vortrag mit Dr. Kamal Sido laden die Volkshochschule Lahr und der Interkulturelle Beirat Lahr im Rahmen der „Interkulturellen Tage“ am Donnerstag, 24. November um 19:00 Uhr in die Kaiserstraße 41 in  Lahr ein.

Nahostreferent Dr. Kamal Sido von der Gesellschaft für bedrohte Völker gewährt einen Einblick in die Geschichte und die aktuelle Situation im Nahen Osten, mit speziellem Blick auf Syrien.

Im Laufe der dortigen Konflikte sind ethnische und religiöse Minderheiten zur Zielscheibe einer radikalisierten, von Islamisten unterwanderten Opposition geworden. Leidtragend ist vor allem die Zivilbevölkerung – schon jetzt sind bereits mehr als 200.000 Menschen getötet worden. Nach fünf Jahren Bürgerkrieg stellt sich die Frage, ob es einen Ausweg aus diesen fürchterlichen Auseinandersetzungen geben wird, und wie er aussehen kann? Dr. Kamal Sido informiert über die aktuelle Lage und die Fluchtbewegungen im Nahen und Mittleren Osten. Der Vortrag ist gefördert aus Mitteln des Programms Flüchtlingshilfe durch Bürgerschaftliches Engagement und Zivilgesellschaft des Landes Baden-Württemberg.

So sieht eine Tankstelle im syrisch-kurdsichen Afrin aus - Kamal Sido mit einem Yeziden. Foto: Kamal Sido

So sieht eine Tankstelle im syrisch-kurdsichen Afrin aus – Kamal Sido mit einem Yeziden. Foto: Kamal Sido

Referent Dr. Kamal Sido ist 1961 im syrischen Kurdengebiet geboren. Dort ist er aufgewachsen und besuchte die Schule. 1980 ging er nach Moskau, wo er Geschichte und Orientalistik studierte. 1989 promovierte er am Orientalischen Institut der Akademie der Wissenschaften der UdSSR als Historiker-Orientalist. Seit 1990 lebt er in Deutschland. Sido ist Autor einer Reihe von Veröffentlichungen in Kurdisch, Arabisch, Russisch, Deutsch und Türkisch.
Seit April 2006 ist er hauptberuflich bei der Menschrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) als Referent für die Region Nahost in Göttingen tätig.